Stadtduell gegen die Lost Everything Chargers
Nach dem wichtigen Sieg in Las Vegas steht nun das nächste Pflichtspiel (und auch der nächste Pflichtsieg) für die Rams an. Zuhause geht es gegen die Chargers, die dieses Jahr noch so gar nicht geladen haben! Ihr neuer Elektriker Mike McDaniel bringt zwar das Licht manchmal zum Flackern, aber am Ende des Tages brennt die Lampe trotzdem nicht. Bei Quarterback Justin Herbert gehen die Lichter mit ziemlicher Regelmäßigkeit aus. In 6 Spielen wurde er schon 21x (!) gesackt. Dies ist sicherlich auch ein Grund, warum er teilweise die wildesten Bälle wirft und sein Team durch Turnovers schon ein paar Spiele verloren hat. Die Schuld dafür geben kann man ihm nur bedingt, denn die O-Line der Chargers ist so katastrophal schlecht, dass er bei knapp der Hälfte aller Versuche unter Druck ist. Rundum sind die Chargers aktuell die Lachnummer der Liga, daher MUSS ein Sieg her. Verlieren wir hier, wandert der Lachnummer-Titel schnell auf die andere Seite des Stadions und bei den Rams-Fans würden bestimmt ein paar Sicherungen durchbrennen.
With the Dolphins win today, the Chargers now are the NFL’s lone winless team. https://t.co/YREq3QVZLR
— Adam Schefter (@AdamSchefter) October 25, 2026
Über die Chargers
Division: AFC West
Record: 0-6
Standing: 4th
Headcoach: Jim Harbaugh
Key Players: QB Justin Herbert, RB Omarion Hampton, WR Ladd McConkey, EDGE Khalil Mack, K Cameron Dicker
Offense
Wie oben schon angesprochen, ist die Chargers-Offense ein Schatten ihrer selbst. Dabei klingt sie auf dem Papier doch eigentlich vielversprechend. Angeführt von Justin Herbert, hat man mit Hampton einen soliden Runningback und mit McConkey einen guten WR1. Doch all das bringt nichts, wenn man im durchschnitt nur 2,5 Sekunden Zeit pro Wurf hat. Während die Rams mit 1919 Yards die nun folgende Statistik anführen, gehören die Chargers mit 1009 Receiving Yards zu den schlechtesten Offenses der Liga. Passend zu den in Deutschland bald anstehenden Umzügen zu Sankt Martin tragen die Chargers die rote Laterne in Sachen Punkte pro Spiel mit sich herum. Gerade einmal 15 Punkte pro Spiel schaffen die Jungs von Head Coach Jim Harbaugh, der laut kürzlichen Fan-Umfragen im Gegensatz zu OC Mike McDaniel nicht auf einem heißen Stuhl sitzt. Gegen die Rams, die mit 2794 total Yards und 24,3 Punkten im Schnitt zu den besten Offenses der Liga gehören, sollte das also in der Theorie nicht ausreichen. Mit Cameron Dicker haben die Chargers allerdings einen verlässlichen Kicker. Falls die Rams also wie gegen die Cardinals struggeln sollten, könnten auch den Chargers nur Fieldgoals ausreichen...
Chargers offense through 6 weeks:
• Offensive EPA/play: -0.209
— Polymarket Football (@PolymarketBlitz) October 22, 2026
• NFL ranking: 32nd
• Passing EPA/play: -0.191
• NFL ranking: 32nd
• Points per game: 15.0 https://t.co/G6EtXpblDa
Defense
Die Defense der Chargers darf natürlich all das offensive Fiasko ausbaden. Mit 10 Takeaways macht sie einen soliden Job, der allerdings bei 15 Giveaways eben auch wieder unter dem Radar bleibt. Sie lässt im Schnitt 330 Yards pro Game zu. Gegen den Pass agieren sie westentlich besser als gegen den Lauf. LB Troy Dye konnte allerdings schon 4 Fumbles forcieren. Insgesamt gesehen ist die Defense der Chargers im guten Mittelfeld, sodass es nicht viel Negatives zu berichten gibt, aber auch nichts großartig positiv heraussticht.
Wichtige Matchups
LA Rams vs LA Rams
Die Rams sind in allen Statistiken überlegen. Offensiv produzieren sie doppelt so viele Yards wie die Chargers, defensiv wird weniger zugelassen. Beide Teams stehen bei -5 in den Turnovers. Die Rams können eigentlich nur ihr Spiel selber verlieren. Fragwürdige Playcalls, unnötige Turnover etc. Mir fallen da ein paar Sachen ein, die die letzten Wochen passiert sind und Spiele kompliziert gemacht haben. Wenn man turnoverfrei bleibt, reichen in der Theorie 2 Touchdowns und ein Fieldgoal, um gegen die schlechteste Offense der Liga zu gewinnen!
Rams D-Line vs Chargers O-Line
Herbert steht bei 45,8% der Snaps unter Druck. Bedeutet also für unsere Defense, diesen auch zu erzeugen. Da die Chargers O-Line löchrig wie ein Schweizer Käse ist, sollten die Jungs um Aaron Donald also öfters mal die Lücke finden und den Average von ca. 4 Sacks pro Spiel gegen Herbert aufrecht erhalten.
Matthew Stafford vs Chargers Secondary
Wenn die Chargers eine Stärke haben dieses Jahr, dann, dass sie nur 206 Passing Yards pro Spiel zu lassen. Dazu haben sie 5 Interceptions gefangen. Stafford sollte seinen Arm besser nicht im Schrotflinten-Heroball-Modus haben, sonst greifen die Bolts in der Secondary zu.
Rams RB vs Chargers D-Line
Unsere beiden RB haben sich in Vegas warmgelaufen und dem sonst so passlastigen Spiel von McVay neue Variationen verliehen. Da die Chargers Defense gegen den Lauf eher schlecht aussieht, ist es auch diesmal wichtig, das Laufspiel zu etablieren.
Injury Report

Fazit
Gegen den Stadtgegner muss ein Sieg her, alles andere ist inakzeptabel. Das Spiel ist richtungsweisend, mit einem Sieg sind noch alle Chancen offen, mit einer Niederlage wäre man mit 3-5 schon in sehr sehr schwieriger Postion. Zudem geht es gegen das schlechteste Team der Liga, wenn man dort nicht gewinnen kann, wer glaubt dann noch ernsthaft an eine Winstreak danach? Natürlich erzeugt das auch einen gewissen Druck, doch damit muss man umgehen können, wenn man den Anspruch auf Playoffs und mehr hat. Die Chargers, die als einziges Team noch ohne Sieg da stehen, haben ihrerseits nichts mehr zu verlieren. Je länger ein Team ohne Sieg bleibt, umso höher die Wahrscheinlichkeit darauf, dass es bald soweit sein könnte. Siehe andersherum die Niners oder die Chiefs, die jetzt auch ihre erste Niederlagen einstecken mussten. Die Chargers kommen aus einer Bye-Week. Hoffen wir also, dass es trotz der Pause für sie eine Woche zum Vergessen wird.
